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CS:GO in Nordamerika stirbt – Welche Chancen gibt es noch?

Mit dem wahrscheinlichen Aus von Gen.G und Chaos wird die Luft für CS:GO jenseits des Atlantik immer dünner. Kann sich daran 2021 noch etwas ändern?

Schon zum Beta-Start von Riots Konkurrenzprodukt VALORANT wurde angekündigt, dass sich eine CS:GO ebenbürtige Esport-Szene um das Spiel etablieren soll. Was viele damals noch für einen unrealistischen Wunsch hielten, wird langsam Realität.

Während die Zuschauerzahlen in Counter-Strike trotz immer mehr aktiven Spielern stagnieren, befindet sich VALORANT im Wachstum und bietet durch Riots Hand auch bessere Möglichkeiten der Monetarisierung.

Entsprechend schauen Organisationen, die in den Esport einsteigen oder sich ein neues Team suchen wollen vor allem in Nordamerika also auf die Konkurrenz, während Valve weiterhin “machen lässt” und Counter-Strike wenig Anreize zum Investieren bietet, was durch die vielen Skandale der letzten Monate nochmals befeuert wird.

Die Spieler des Chaos Esport Clubs haben das nach ihrem Sieg der Dreamhack Masters vor wenigen Tagen gut zusammengefasst: “Wir können uns nicht mehr beweisen, als wir es bereits getan haben. Ohne einen Sponsor macht der Wechsel nach Europa finanziell keinen Sinn. Mit den fehlenden Teams in der Region können wir kaum trainieren.”

Top-Teams bleiben – Das Problem ist der Nachwuchs

Genau darin liegt zumindest aktuell das große Problem – mit den Evil Geniuses und Liquid gibt es aktuell genau zwei große Nordamerikanische Teams. Wenn man Südamerika dazu zählt, macht FURIA aktuell viel Wirbel und mibr strukturiert sich noch neu.

Doch abgesehen davon gibt es keine Teams, die von großen Organisationen gesponsert werden. 100Thieves? Raus. Cloud9? Zum Großteil europäische Spieler. Gen.G? “Schaut, wie sich die Szene entwickelt.”, so die Aussage, als bekannt wurde, dass die Spieler nicht mehr lange an die Organisation gebunden sind.

Abgesehen von den genannten Namen gibt es kein nordamerikanisches CS-Team in den Top 50. Das ist vor allem für aufstrebenden Nachwuchs ein Problem. Es fehlt an Trainingsmöglichkeiten und an Gegnern, an denen Tier 2- und 3-Spieler sich messen können.

Gerade wenn man bedenkt, dass die USA sechs Zeitzonen umfasst und dementsprechend je nach Wohnsitz nicht alle Spieler dort online vernünftig gegeneinander spielen können. Ping-Probleme sind vorprogrammiert. Ohne Organisation fehlt dann auch das Budget, um sich in den Ballungszentren neu zu verorten.

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Das hat mousesports-Leader Finn “karrigan” Andersen im letzten GooseEck gut zusammengefasst: “Schon als ich bei Envy war, gab es ein großes Problem mit Tier 2-Talenten. Du konntest kein gutes Training machen. […] Ich hab nie verstanden, wie Spieler dann nach oben kommen. Nur durch die FPL eigentlich.”

Was kann helfen?

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn die großen Teams wie Liquid und Evil Geniuses in CS:GO weiter bestehen wollen, brauchen auch sie früher oder später Strukturen, die für einen guten Nachwuchs sorgen.

Dafür müssten sich allerdings wieder viele Zahnräder drehen und Parteien an einem Tisch zusammenkommen, die sich aktuell auf Abstand halten: Der Entwickler, die Teams, die Sponsoren, die Spieler.

Franchising-Ligen wie Flashpoint könnten ein guter Startpunkt und Anreiz sein, für mehrere Organisationen wieder zum Spiel zurück zu kehren. Denn sie bieten eine gewisse Sicherheit und wenn auch größere Veranstalter daran teilhaben ein garantiertes Return of Investment.

Doch wie der Fall Gen.G zeigt, reicht das nicht aus. Braucht CS:GO ein Ligensystem, das von höchster Stelle dirigiert wird? Anders gefragt: Muss Valve sich an Riot orientieren? Viele CS:GO-Fans sind sich einig, dass deren Kontrolle über den Esport zu stark ist. Doch etwas mehr Einfluss könnte bei Valve definitiv nicht schaden.

Eventuell ist es auch an den Organisationen, sich mit Academy-Teams wieder selbst um das Problem zu kümmern. Das lebt aktuell Astralis vor, die erst vor wenigen Tagen ein Nachwuchsteam angekündigt haben. Doch dadurch wird die finanzielle Einstiegshürde für Teams noch größer. Ohne bessere Anreize und Aussichten wird sich so ein Vorhaben gerade in Nordamerika nicht lohnen.

Die perfekte Lösung gibt es scheinbar nicht. Doch klar ist: So wie in den letzten Jahren kann es nicht weitergehen.

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Bildquelle: Wikipedia; Chaos Esports Club, Team Liquid

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