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Kommentar – Nach LEC-Shitstorm – Wollen wir solche Sponsoren im Esport? – League of Legends

Aufruhr in der League-Community: Die LEC als Königsklasse verkündet eine Sponsoring-Deal mit Saudi Arabien und nimmt diesen nach Widerstand zurück – ein starkes Zeichen. Ein Kommentar von Hauke van Göns.

Esport ist anders als der Fußball.

Wer das noch nicht begriffen hat, sollte sich die Debatte um das Sponsoring vom Planstadt-Projekt NEOM aus Saudi Arabien bei der europäischen League-of-Legends-Königsklasse LEC näher anschauen.

Keine 24 Stunden nach der Verkündung des Deals und massig Kritik an der Kooperation mit einem System, das Homosexualität unter Strafe und die Pressefreiheit mit Füßen tritt, tritt die Liga von der Partnerschaft zurück.

Die LoL-Community wurde laut gegen das Sponsoring. Caster und Fans machten den Mund auf und zeigten sich enttäuscht.

Im Fußball kommen Reichweiten der Kritik hingegen wohl eher weniger gegen gezahlte Summen an. Ein Beispiel sind die Trainingslager des Rekordmeisters FC Bayern München in Katar, die von großen Teilen der organisierten Fanszene kritisiert werden.

Das Projekt NEOM ist ebenfalls bei der Counter-Strike-Eventserie BLAST Premier involviert. Die ESL kooperierte im Rahmen des Charity-Events Gamers Without Borders mit dem saudischen Sportministerium.

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Es gibt Unterschiede in den verschiedenen Communities. Es ist gut, dass die LoL-Welt den Mund gegen ein menschenfeindliches Regime aufgemacht hat. In der CS:GO-Welt passierte das nicht.

Natürlich ist der Deal im Umfeld der Profiliga LEC gleich mehrfach absurd. So will der Entwickler Riot Games sein Spiel und den Blick darauf oft doch sehr sauber halten: Keine Wettanbieter als Partner der Teams, auch Alkohol darf nicht beworben werden.

Das ist natürlich eine andere Kategorie, aber zeigt um welches Bild der Entwickler für seine Produkte bemüht ist.

Lauter und wachsamer werden

Dennoch muss die Szene lauter werden bei kritischen Engagements. Die amerikanische Luftwaffe Air Force hatte Engagements beim CS:GO-Major der ELEAGUE in Boston und beim Team Cloud9. Eine Frage, die sich Gamer stellen müssen: Will ich das im Umfeld meines Sports?

Mit Shell ist ein Konzern Ligenpartner der LEC, der offenkundig gegen gängige Umweltrichtlinien verstößt.

Auch wenn externe Partner viel Geld mitbringen, sollte ein Engagement immer kritisch gesehen werden. Und noch haben die Gamer, Fans und Protagonisten eine starke Stimme, die den Esport mitformt.

Diese muss genutzt werden.

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